cc·tv – S1E01 – stupid


Monolog  

"Guten Tag, werte Damen und Herren, werter Zuseher und werte Zuseherin, geschätztes Publikum und gemeines Volk!

Am Abend des 16. November 2012 erreignete sich in Linz ein Unfall, hervorgerufen durch eine unglückliche Kombination von Dummheit, Hunger und Alkohol!

In den nächsten Wochen sollte ich nun eine mit Nähten besetzte Kruste an meinem Finger mit mir herumtragen, sowie einen Teil des Fingernagels, der aufgrund des Einschnitts abgetragen und wiederaufgeklebt wurde! Sie sehen die Kruste hier ganz genau aus der Nähe. Scheuen Sie sich nicht davor ihren Blick auf die Wunde zu richten! Sie ist nichts weiter als ein temporärer Defekt!

Erlauben Sie mir nun die Kürzel der Diagnose aufzulesen! Sie lauten wie folgt:
Vln. reg. phal dist. dig cum laes. unguis et matric. man. l dext
Das dürfte bedeuten, dass der Zeigefinder meiner rechten Hand an seiner Spitze gespalten wurde. Weit genug, um in das Nagelbett zu schneiden, aber gottseidank nicht bis auf den Knochen!

Denn Weiters steht im Protokoll: "Finger dorsovolar und seitlich: kein Hinweis für eine frische ossäre Läsion", wie der Mediziner sagen würde!Zugetragen hat es sich folgendermaßen: Ein Brot wie dieses hier sollte geschnitten werden! Ein einfacher, ganz normaler Brotleib wie der hier sichtbare.
Lassen Sie mich den Vorgang rekapitulieren. Die Inbetriebnahme der Schneidemaschine erfolgt über die Freischaltung des Sicherheitsschalters und das gleichzeitige Eindrücken des Startknopfes. Eine Geschicklichkeit, die ich im Rausch zu meiner Überraschung leider fertigbrachte!

Das Innere meiner Fingerspitze machte mit dem Schneideblatt der Maschine eine ungewollte, sehr intime Bekanntschaft. Mit gespaltenem Finger lief ich sogleich blutversprühend durch die Gänge der Wohnung. Die gesunde Hand tätigte sogleich einen Notruf und bald fand ich mich im Unfallkrankenhaus wieder.

Zu diesem Zeitpunkt, um genau fünf Uhr morgens, war ich dermaßen müde, dass ich während der Wundversorgung auf dem Nähtisch eingeschlief! Das Nähen der Wunde bereitete mir dank der talentierten Ärztin keine weiteren Schmerzen.

Die zufällige Begegnung eines Regenschirms mit meiner Wunde auf dem Operationstisch blieb leider aus!

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit auf wiederhören!"

 

 

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